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Anmerkungen zur Gestaltung

Gestaltung: Arbeit im Kontor

Ein Grundgedanke des Gestalterbüros Weese & Jacobs aus Stuttgart war es, das Fabrikgebäude zu respektieren und Distanz zu wahren und damit die Ausstellungselemente auf den ersten Blick als neue Installationen kenntlich zu machen. Mit der Wahl schlichter Materialien und Oberflächen wecken die Gestalter aber zugleich Assoziationen zum Thema moderne Industrie. Die Ausstellungsarchitekten haben mit wenigen einheitlichen Grundelementen ganz unterschiedliche Raumeindrücke geschaffen, wobei sie in ihren Anordnungen immer wieder auf die Dreischiffigkeit der alten Fabrikhalle Bezug nehmen.

Im Erdgeschoß mit dem großzügigen Eingangsbereich, der auch als Veranstaltungsort genutzt wird, darf der Fabrikbau mit seinen Gußeisenstützen sprechen. Für die beiden komplexen Abteilungen "Grafisches Gewerbe: Mechanisierungen und Ende des Buchdrucks" und "Arbeit im Kontor - Handel mit Übersee" war räumliche Verdichtung und Kleinteiligkeit gefordert, während in der Abteilung "Frauen und Männer: Arbeits- und Bilderwelten" im zweiten Obergeschoß ein beherrschender Mittelstrang mit gewichtigen Themen von Inseln flankiert ist, die zur Konzentration auf Einzelaspekte auffordern.

Die Gestaltung verzichtet auf bühnenbildnerische Inszenierungen wie auf die Anmutung von Authentizität, sie baut Räumlichkeiten für Objekte mit inhaltlich-argumentativen Zuordnungen. So sind Einblicke, Rückblicke, Außenansichten, Hintergründe zugleich inhaltlich und räumlich verortet. Dem Objekt, seiner Sicherheit und Interpretierbarkeit, seiner spezifischen Aussage und seiner Bedeutung im Kontext mit anderen Exponaten gilt in erster Linie das Interesse.

> Dinge und Dokumente - Alltag im Industriezeitalter

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