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Ausstechformen

Zu einer der zentralen Aufgaben des Museums gehört das Sammeln und Bewahren von Objekten aus der Arbeits- und Alltagswelt. So versteht sich das Museum der Arbeit als kulturgeschichtliches Archiv, als ein Fundus, der aus verschiedenen Quellen gespeist wird. Gesammelt werden technik-, sozial- und kulturgeschichtlich interessante und aussagekräftige Gegenstände wie ganze Werkstätten, Möbel und Wohnungseinrichtungen, Berufs- und Alltagskleidung, Werkzeuge und Haushaltsgegenstände, Maschinen und Anlagen, die als lebensweltliche Quellen des Industriezeitalters erforscht und bewahrt werden.

Zum Herzstück der Sammlung gehören aber auch solche Gegenstände, die dem Museum von Privatpersonen überlassen werden und die eng mit Biographien, persönlichen Geschichten und Erinnerungen verknüpft sind. Sie haben zwar oft ihren ursprünglichen Stellenwert als Dinge des alltäglichen Gebrauchs verloren und wurden von den Besitzern und Besitzerinnen durch Neues ersetzt. Ihre Funktion als Zeugnisse bestimmter Lebenszusammenhänge ist im Museum jedoch erhalten geblieben.

Geschirrspülen

Das Sammeln dieser Dinge macht erfahrbar, was die Menschen benutzt, geschätzt, lebenslang aufbewahrt oder auch weggeworfen haben. Damit diese wichtigen Sachzeugnisse des Alltags darüber hinaus zum Sprechen gebracht werden, müssen sie auf besondere Weise gesammelt und archiviert werden. Ihren Gebrauchsspuren, die durch Benutzen, Umnutzen und Reparieren entstanden sind, wird nachgegangen. Ihre individuelle Geschichte wird recherchiert, ihr Gebrauch wird durch umfassende photographische Dokumentation festgehalten und durch Interviews mit den ehemaligen Besitzern und Besitzerinnen, Benutzern und Benutzerinnen erschlossen. So können die Gegenstände zum einen in ihren funktionalen Kontexten eingeordnet werden, zum anderen geben sie Auskunft über die subjektive Seite historischer Prozesse.

Das Archiv des Museums, das auch der Öffentlichkeit zugänglich ist, enthält eine umfangreiche Sammlung persönlicher Dokumente, wie Zeugnisse, Lehrbriefe, Ausweise, Briefe, Photographien. Archivalien zur Geschichte Hamburger Firmen, wie Akten, Pläne, Photographien u.a. werden gesammelt. Soziales Leben und soziale und politische Bewegungen sind durch Plakate oder Flugschriften dokumentiert. Werbematerialien, wie Verpackungen oder Werbedrucksachen, geben nicht nur über sich wandelnde Konsumgewohnheiten Auskunft.

Auch verschiedenartige Großobjekte aus den Bereichen Hafen, Schiffahrt oder Straßenbau - Fossilien des Industriezeitalters - gehören zur Sammlung des Museums. Bis heute befindet sich schon eine Vielzahl solcher Industrierelikte im Besitz des Museums, etwa ein Bagger aus den 30er Jahren, ein Schwimmkran aus dem Jahr 1918 und eine Slipanlage für die Schutenreparatur aus der Zeit der Jahrhundertwende.

Siehe auch: Social History and Industrial Classification (SHIC)

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